MACK -Rides - eine Manufaktur? aber klar!

Eine Manufaktur, aus der der Europas größter ErlebnisPark, größtes HotelResort entstanden !

Im Schwarzwaldstädtchen Waldkirch, eigentlich bekannt als Ursprungsort der süddeutschen Orgel- und Drehorgelbauer, hat auch ein Unternehmen seinen Ursprung, aus  dem der größte Freizeitpark, das größte Hotel-Resort Deutschlands, der Europa Park hervorgegangen ist. Die heutige Mack Rides GmbH & Co KG  geht in achter Generation auf die  Wagnerei  zurück, die Paul Mack 1780  gegründet hat.

Anlässlich des  Hightech-Summit  Baden-Württemberg im Europa-Park  konnte ich Roland Mack, den heutigen Chef des Familien-Firmen-Imperiums erleben, wie er in seiner Ansprache an die  IT- Unternehmer den Weg der MANUFAKTUR MACK zur heutigen MACK-RIDES aufzeichnete, aus der alles hervorgegangen ist. Die Story, wie aus den landwirtschaftlichen Leiterwagen und Schubkarren, Postkutschen und dann Wohnwagen für Zirkus und Schausteller und Karussells und Fahrgeschäfte und bis zu den heutigen Achterbahnen wurden.

Diese beeindruckende Unternehmensgeschichte wurde  1988 zum 200 jährigen Jubiläum Von Willi Thoma in einen eindrucksvollen Bildband „Faszination Karusell-und Wagenbau“ dargestellt!

Am Rande der Bilanzpressekonferenz konnte ich den Geschäftsführer der MACK  RIDES  Freiherr Christian von Elverfeldt  kennenlernen. Auf meine provokative Frage, ob ich ihn wirklich als  Leiter einer Manufaktur ansprechen dürfe, kam ein „aber ganz bestimmt sind wir eine Manufaktur!“  und die Einladung zum heutigen Besuch in Waldkirch. Nach einem für den  Ingenieur  hochinteressanten Rundgang über das  ganz Werksgelände einschließlich der „Villa Mack“  nun unser Gespräch:

 

Alois Fleig:

Herr von Elverfeldt bei Ihrer Einladung hierher hatten Sie mir  ganz überzeugend   eine MANUFAKTUR in Aussicht gestellt. Was Sie mir aber eben gezeigt  haben, das wirkte aber für mich ganz eindeutig eher als „Industrie 4.0“! Wie geht das zusammen? Was steckt noch an Manufaktur in der MACK-RIDES  2018 außer dem Reißbrett  in Franz Mack’s Arbeitszimmer?

 

Christian von Elverfeldt:

Das hat der Ingenieur gut  beobachtet und erkannt,  wir sind technisch sehr wohl auf der Höhe der Zeit und sind in Sachen Digitalisierung gut unterwegs. Aber das ist für uns aber auch kein Widerspruch zum Geist der Manufaktur. Der ist in der Villa Mack , dem Elternhaus von Roland Mack sichtbar, steckt aber im ganzen Betrieb. Wie im Wagenbau der  Manufaktur von Heinrich Mack ist jeder Wagen eine „Einzelan-fertigung“,eine Kleinstserie von fünf ist schon ? ?die Seltenheit; ist das  nicht ein  Kriterium

 

Alois Fleig:

Manufaktur-kriterium ist ein gutes Stichwort; was gehört für Sie  zu diesen Kriterien noch dazu? Es gibt ja strenge Definitionen etwa nach dem Gabler-Lexikon oder dem DIN-Ausschuß. Das sind Zahlen bezüglich Mitarbeiter, Seriengröße, Fertigungstiefe etc. Offengestanden nenne ich diese nur als Orientierung und sehe Manufaktur auch als gelebte Unternehmensphilosophie. die  Begriffe wie Individualität, Qualität, Tradition und Erfindungsreichtum verbindet. Einfach ein(e) Unternehmer(in) mit  Herz und Verstand dahinter? Wie sehen Sie das?

 

Christian von Elverfeldt:

Sicherlich sind  greifbare Kriterien erst einmal wichtig, damit nicht einer der Massen-ware aus Fernost verscherbelt, sich als Manufaktur deklariert und damit den Begriff abwertet. Aber Ihr Gedanke von der Unternehmens-Philosophie dahinter hat schon Charme. Nur wie ist das zu greifen? Wie wollen Sie das  angehen.

 

Alois Fleig:

Das ist mir schon klar, das bedeutet eben, dass  ich immer den Menschen kennen lernen muss, der dahinter steht.  Bedeutet auch, dass es nicht  mit einem Fragebogen oder gar online zur Manufak-TOUR geht; am liebsten würde ich bei jeder  Manufaktur ein mindestens eintägiges Schnupperpraktikum machen!

 

Christian von Elverfeldt:

Respekt, da haben Sie sich wirklich einiges vorgenommen und falls ich es richtig vernommen habe, so wollen Sie auch mit und für Ihre Manufakturen etwas bewegen. Was darf man da sich vorstellen?

 

Alois Fleig:

Ja museal soll das ganze nicht werden, bei aller Wertschätzung von Tradition. Wichtig ist mir auch der Kontakt unter den Inhabern und natürlich auch deren Kontakt mit der „Aussenwelt“, mit potentiellen Kunden. Da es aber auf Anhieb schwierig sein wird, interessierte Menschen vom Kraichgau bis zum Breisgau zusammenzubringen,

habe ich begonnen, wie hier im Umkreis um die Keramik-Manufaktur in Zell a. Harmersbach einige Inhaber zusammenzubringen und vorzustellen; ein nächster Punkt könnte die Rainhofscheune im Höllental oder Waldkirch sein.

 

Christian von Elverfeldt:

Ist nicht Inhaber(in) ein gutes Stichwort besser auch ein Kriterium für Manufaktur? Nicht die Niederlassung einer Kapitalgesellschaft! Auch wenn man keinesfalls die jungen Macher geringschätzen sollte, die sich auf Basis  alten Handwerks mit neuem Design mit einer jungen Manufaktur selbständig machen, gehört nicht auch Familientradition  zum Charakter der Manufakturen dazu. Wie sehen Sie das?

 

Alois Fleig:

Für mich gehört beides dazu; die Tradition der Schwarzwälder Unternehmerfamilien ebenso wie die „jungen Wilden“ die z.B. mit jungem frechen Design auf Basis traditionellen Handwerks  z.B. der Kuckucksuhr dem Schwarzwald ein neues Image verpasst haben, sie sind zwei Seiten einer Medaille. Denn ohne den jungen Macher  von vorgestern gäbe es  ja viele Traditionsbetriebe von heute nicht!  Und  ist nicht  die Kombination von Tüftlergeist und Familienunternehmen, wie diese für unsere Heimat  typisch ist, die  Erklärung dafür, dass aus der vor Jahrzehnten noch bettelarmen Region eine der wirtschaftsstärksten in Europa geworden ist

 

Christian von Elverfeldt:

Das bringt mich nochmals auf den Ausgangspunkt  „Industrie 4.0“  zurück. Ist  Ihre selbstgestellte Aufgabe mit dem Projekt  „Manufak-TOUR“ dem Lebenswerk vieler Menschen mehr Beachtung und Wertschätzung zu verschaffen schon ein lobenswertes Vorhaben, so wäre es ein Mehrwert, wenn Sie mit dem Anspruch  „MANUFAKTUR 4.0“ den Inhaber(inne)n auch vermitteln, dass für deren Zukunft entscheidend sein dürfte, bei allem Traditionsbewusstsein sich auch mit den aktuellen Herausforderungen auseinander zu setzen, Tradition mit Innovation zu verbinden!

 

Alois Fleig

Herzlichen Dank für dieses zukunftsweisende Schlusswort, für Ihre Zeit  und die wertvollen Impulse aus unserem Gespräch!  Ich darf Sie herzlich einladen mit dem Projekt  „Manufak-TOUR“  als „PATEN-MANUFAKTUR“ in Verbindung zu bleiben!

 

© Alois Fleig  Waldkirch/Ettlingen  März  2018

 

BILDER aus  zwei  Jahrhunderten MANUFAKTUR MACK

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