Unterwegs zu MACHERN und MANUFAKTUREN

BLOG – Unterwegs zu MACHERN und Manufakturen.....Herr Lehmann in Lahr

 

Unterwegs in BADEN  zu Machern und Manufakturen habe ich an einem goldenen Oktobertag  gleich doppeltes Glück und treffe in einer Person gleich Beides.

Im Herzen meiner Heimatstadt Lahr im Schwarzwald, neben dem historischen roten Rathaus, dem "alde Rothus",  und dem ebenfalls historischen Gasthaus zum Löwen entdecke ich  HERR LEHMANN ein Zigarrengeschäft? 

Beim Eintritt  stelle ich fest, dass das nur zum Teil stimmt, in Wirklichkeit stehe ich in einer Zigarren-Manufaktur , der letzten ihrer Art  in Baden oder gar  deutschlandweit! Mit eigenen Augen schaue ich einer Zigarrenmacherin über die Schulter und erlebe, wie  gerade die „Lehmann N.5" als Wickel entsteht. Genauso wie  ich es mich vor  60 Jahren schon fasziniert hat, als im Nachbarort  in jeder Straße mindestens eine „Zigarrenfabrik“ war und ich meiner Tante in der Zigari zuschauen durfte.!

Gregor Grüb, der Chef,  Jahrgang 1974  mit  6 Jahren von Düsseldorf  nach Lahr gekommen, begrüßt mich und nimmt sich die Zeit, mir seine Manufaktur kurz zu zeigen.

 

Alois Fleig- Winbaden : 

Wie kommt man auf so eine Idee, hineingeboren sind Sie ja nicht; die Zigarrenmacherei ist ja auch in Lahr schon seit Jahrzehnten passe´.

Gregor Grüb - HERR LEHMANN:

.., nicht ganz passe´ denn hier stehen wir in einer Zigarrenmanufaktur, die wenige Kilometer im Nachbarort  Seelbach ohne Unterbrechung bestanden und produziert hat; und arbeitet  nun hier nahtlos weiter. Wie ich dazu gekommen bin?

Mit  19 Jahren von Lahr weg, habe ich von der ganzen Tabakgeschichte in Lahr  eigentlich nicht mehr viel mitbekommen.

Nach verschiedenen beruflichen Stationen seit  2010 wieder in Lahr als Geschäftsführer der Firma Oskar Weil (Abrazzo), ergab es sich - wie hier in Baden so üblich- bei einem genussvollen Essen mit einem Geschäftspartner

beim Anstecken der Zigarre der freundschaftliche Hinweis, dass der  Hersteller der Zigarre in Kürze  aufhören wird.  Das war die Initialzündung. Der Entschluß war gefasst: "Wir lassen dieses badische Kleinod nicht aussterben, wir machen weiter!" Dann gings nach Seelbach zu einem 80- jährigen, der mit seiner Frau zusammen schon sein Leben lang das Geschäft betrieben hat.  Dann gings ans RECHNEN und Lokalitäten suchen und so weiter....

 

Alois Fleig-Winbaden

Was war es dann mehr, Geschäft oder Liebhaberei? Business oder Tradition?

 

Gregor Grüb - HERR LEHMANN:

Es war sicher von Anfang an von all dem etwas  dabei, es war aber und ist auch heute zuerst einmal  eine ganz rationale Firmengründung mit Businessplan und allem was dazugehört. Aber den Impuls gab dann doch ein kräftiger Schuss Tradition und Spaß an der Sache!

 

Alois Fleig-Winbaden:

Was bedeutet der Standort, die Region für Sie, für Ihr Geschäft?

 

Gregor Grüb - HERR LEHMANN:

Der Standort hier ist gleich mehrfach bedeutungsvoll, gleich zweifach hier verwurzelt. Zum Einen handelt es sich um ein Traditionsunternehmen, das seit  Generationen am Ort  bestanden hat und nur wenige Kilometer „verpflanzt“ und mit dem Original-Equip-ment mit den traditionellen Produkten unverändert fortgeführt wird. Zum Anderen liegt auch  unsere Rohstoffbasis auch hier vor der Haustüre, im Herzen von Mittelbaden. Wir verarbeiten ausschließlich  Tabak, der hier  in der Nachbarschaft heute noch angebaut und veredelt wird. Hinzu kommt, dass  die Stadt auch von der „Badischen TABAK-MANUFAKTUR ROTHÄNDLE  geprägt wurde; auch die Historie der „Schächtele-Stadt“  in puncto Verpackung spielt hierein. Auch unsere „Zigarre-Kischtle“ kommen nicht aus China oder sonst woher sondern sind MADE in BADEN in einer echten MANUFAKTUR!

 

Alois Fleig-Winbaden:

Was macht Ihnen die Freude am Unternehmen aus, was  für Sie den Charme an diesem sehr speziellen Business?

 

Gregor Grüb - HERR LEHMANN:

Das sind auch mehrere Punkte. Da ist zuerst einmal die Freude, daran, dass das Geschäft sich positiv entwickelt, dass wir den „Break Eaven“ schon früher erreicht haben als geplant. Dann aber ist es mit der Kundschaft die Verbindung von Genuss und Entschleunigung  und auch noch Stolz auf eine sehr selten gewordene Tradition!

 

Alois Fleig-Winbaden:

Würden Sie mir beziehungsweise einem Kollegen, der hochwertige Edelbrände produziert, recht geben, dass diese anspruchsvolle qualitätsbewusste Genießer-Kundschaft, den Wert solcher Produkte und die Arbeit dahinter wertzuschätzen weiß?   Ganz im Gegensatz zur „Geiz-ist-geil“ Einstellung in anderen Bereichen!

 

Lieber Herr Grüb, ich wünsche  Ihrer Zigarren-Manufaktur weiter eine positive Entwicklung und Ihnen weiterhin viel Freude bei der Pflege einer badischen Unternehmenstradition! Herzlich willkommen als  jüngste Station auf der

Manufak-TOUR am Oberrhein-

 

www.Herr-Lehmann.com


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