CAFA-RSO 10 Jahre D-F Wirtschaftsclub

 

Deutsch-französischer Wirtschaftsclub CAFA-RSO feiert 10-jähriges Bestehen in der Weberhaus-World of Living

 

 

Strasbourg / Baden-Baden / Linx, 11./15.5.2017

 

Am 11. Mai 2017 fand die Feier zum 10-jährigen Bestehen des CAFA-RSO bei WeberHaus in Linx statt.

 

Fast 200 Gäste, darunter der Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland in Straßburg, Gerhard Küntzle, gaben dem Club die Ehre und wurden von den beiden Co-Präsidenten Daniel Steck (Frankreich) und Marduk Buscher (Deutschland), Geschäftsführer der Baden-Badener IT + Media Group GmbH,  begrüßt.

 

Daniel Steck erinnerte an die  Gründung des Clubs und an seine Ziele: der Club bietet einen Austauschrahmen für deutsch-französische Themen, in dem Verbindungen geknüpft werden, Initiativen ergriffen und wo unsere Unterschiede und unsere Komplementarität deutlich und fruchtbar gemacht werden. Und dies in einem Geist der Öffnung und des Optimismus – mit dem Ziel, in unserer Region am Oberrhein sinnstiftend und konstruktiv zusammenzuarbeiten.

 

In seinem Grußwort schilderte Marduk Buscher seinen Eindruck, daß in den letzten 10 Jahren politisch eher eine Absetzbewegung vom Grenzraum weg zu den Schaltzentralen hin stattfinde, was seine Entsprechung in wachsenden Hindernissen für den wirtschaftlichen Austausch finde und mit dem Zuspruch vieler Bürger auf beiden Seiten des Rheins für protektionistische und nationalistische Parteien korrespondiere. Beiden Entwicklungen möchte der CAFA entschieden entgegenwirken: Schließlich sei die gemeinsame Region am Oberrhein nicht ohne Grund „wirtschaftlich, kulturell und nicht zuletzt auch kulinarisch“ ein europäisches Erfolgsmodell, dem Vorbildfunktion in einem anzustrebenden „Europa der Regionen“ zukomme.

 

Urs Endress von dem trinational aufgestellten und weltweit erfolgreichen Unternehmen Endress+Hauser schilderte im Hauptvortrag des Abends seine persönlichen Erfahrungen in Japan und den USA, wo er gelernt habe, daß die Mentalitäten der Völker sehr unterschiedlich sein könnten – und daß dies einen großen Einfluß auf das Business habe. Diese Erkenntnis habe ihm dabei geholfen, seine Mitarbeiter im Länderdreieck Schweiz, Frankreich und Deutschland besser zu verstehen. Der Erfolg seiner Firma hänge davon ab, das Verständnis für diese Unterschiede zu verbreiten und sich ihrer stets bewußt zu bleiben. Schließlich gelte es dafür zu arbeiten, daß „Grenzen, die uns verbinden“, nie wieder Grenzen werden dürften, „die uns trennen“.

 

Anschließend trugen Schülerinnen zweier grenzüberschreitend kooperierender Schulen, des Lycée Edouard Schuré (Barr) und der Berufsschule Kehl ihre filmischen dokumentierten Vorstellungen von ihrer Zukunft im deutsch-französischen Grenzraum vor, was allgemein Hoffnung machte, daß der europäische Gedanke in der jungen Generation gut aufgehoben ist und weiter vorangetrieben wird.

 

Die Moderation des Abends hatte Manfred Hammes übernommen, Journalist, Schriftsteller, Filmemacher und früherer Geschäftsführer der Wirtschaftsregion Offenburg/Ortenau (WRO). Hammes wußte auf unterhaltsame Art, die gegenseitigen Vorurteile von Franzosen und Deutschen darzustellen und statistisch zu widerlegen. Humorvoll präsentierte er eine Reihe von unzutreffenden Auslegungen des Kürzels CAFA, welches der Wirtschaftsclub nicht als einziger auf der Welt trägt.

 

Randbemerkung: Für den "Beobachter", der von der Gründung an die ersten 10 Jahre begleitet hat, stimmte etwas nachdenklich die Tatsache, dass auf deutscher Seite von denUnternehmerpersönlichkeiten der ersten Dekade nur sehr wenige anzutreffen waren! Eine große Aufgabe für den neuen Co -Präsidenten Dr. Marduk Buscher; viel Erfolg dabei!

 (c) Alois Fleig / winbaden.de